Der Baukörper setzt einen neuen städtebaulichen Akzent innerhalb des Eawag Empa Areals. Ein farbiger Sichtbetonkörper markiert als Kontrapunkt zu den Glaslamellen den Haupteingang und verbindet den Neubau mit den bestehenden, nördlich gelegenen Gebäuden der Eawag. Der naturnah gestaltete Freiraum verstärkt diesen städtebaulichen Bezug und wertet die ökologische Situation auf durch den Einbezug des Chriesbachs, den Wassergarten, sickerungsfähige Oberflächen und die Verwendung einheimischer Pflanzen.
Die einprägsame äusserste Fassadenschicht aus Glaslamellen zieht Aufmerksamkeit auf sich und wird zur Visitenkarte des Gebäudes. Die siebbedruckten Glaslamellen werden dem Sonnenstand nachgeführt und haben die Funktion des Sonnenschutzes im Sommer, der passiven Sonnenenergienutzung im Winter und des ganzjährigen Wetterschutzes. Die dahinter liegende thermische Schicht besteht aus strukturellen Gläsern im Wechsel mit vorfabrizierten hochwärmegedämmten Holzelementen, die mit blau eingefärbten Eternitplatten verkleidet sind.
Innenräumliche Vielfalt
Die Räume der unterschiedlichen Nutzungszonen liegen u-förmig um das 5-geschossige Atrium, das durch die schwebenden Sitzungsboxen, den Treppenaufgang und die Sichtbeziehungen zum räumlichen Erlebnis wird. Diese Anordnung ermöglicht optimale Funktionsabläufe, kurze Verbindungswege und spannende Innenraumtransparenzen.
Die flexibel nutzbaren Räume an der Aussenfassade ermöglichen neue Arbeitsformen mit frei vernetzbaren Arbeitsplätzen. Kommunikationszonen, Seminarräume, ein Vortragsaal, ein Multimediaraum, eine gemeinsame Bibliothek für Eawag und Empa sowie ein Personalrestaurant komplettieren das vielfältige Raumangebot und schaffen attraktive Arbeitsbedingungen, die das Arbeitsklima – und damit auch die Arbeitsleistung – fördern.
Konstruktive Konsequenz
Basis dieser innenräumlichen Vielfalt ist die Stahlbeton-Skelettbauweise mit aussteifenden Erschliessungskernen und tragenden Fassadenstützen. Kombiniert mit der vorfabrizierten Fassadenhülle wurde so die Bauzeit kurz gehalten und die Nutzungsflexibilität im Gebrauch maximiert. Alle haustechnischen Anlagen sind offen geführt, so dass die Installationen jederzeit zugänglich sind, was den Betrieb vereinfacht, den Unterhalt vergünstigt und bei einem Rückbau eine einfache Materialtrennung ermöglicht.
Nachhaltige Materialisierung
Neben den Kennwerten zur grauen Energie und Umweltverträglichkeit waren Kriterien wie Ästhetik, Nutzungskonformität, Wärmespeicherung, Brandverhalten und Wirtschaftlichkeit ausschlaggebend in der Erarbeitung des Farb- und Materialkonzepts. Die Farbgebung ist im Grundsatz zurückhaltend und entspricht den jeweiligen Materialfarben – mit Ausnahme der repräsentativen, öffentlichen Räume. So wurden die Sichtbetonwände im Atrium rot lasiert und die Akustik-Holzwerkstoffplatten im Restaurant grün-gelb gestrichen um diese Räume zu differenzieren und farbliche Akzente zu schaffen.



